Verstehen

Bauen oder kaufen? Die erste große Entscheidung

Wagst Du den Neubau Deines Traumhauses oder schätzt Du den Charme einer Bestandsimmobilie?

Lars Krajewski von
Aktualisiert am 28.08.2019
4 Min. Lesezeit
Titelbild für den Artikel "Bauen oder Kaufen?"

Dein Weg ins eigene Zuhause

Steigende Mieten, niedrige Zinsen, endlich Herr oder Herrin über die eigenen vier Wände sein – Gründe für Wohneigentum gibt es viele. Doch sobald die Entscheidung für etwas Eigenes gefallen ist, steht gleich die nächste an:

Wagst Du den Neubau Deines Traumhauses oder schätzt Du den Charme einer Bestandsimmobilie?

Die Antwort darauf ist zum größten Teil persönlicher Natur. Generell lässt sich sagen, dass Bauen höhere Kosten in Anspruch nimmt, Dir aber auch weit mehr gestalterischen Spielraum lässt.

Alles neu – das Abenteuer Hausbau

Willst Du bauen, hast Du die volle Kontrolle über die Realisierung Deiner Wohnideen. Du kannst innerhalb Deines finanziellen Rahmens vom Keller bis zum Giebel fast alles selbst bestimmen.

Wie finde ich das richtige Grundstück?

Doch bevor gebaut werden kann, brauchst Du ein passendes Grundstück. Hier ist es wichtig, abzuschätzen, wie viel Platz Du brauchst. Das ideale Grundstück findest Du, wenn Du folgendes über Dein Haus weißt:

  • Wohnfläche & Grundriss
  • Außenanlagen-Größe (Terrasse, Garten)
  • maximale Bauhöhe (meist 12 m)
  • Mindest-Abstand zum Nachbargebäude (meist 2,5–3 m)
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Für gewöhnlich braucht ein Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche und einem kleinen Garten etwa 500 m² Grundstück.

Grundstücke in beliebter Lage sind bekanntermaßen teurer, der Vergleich verschiedener Gegenden lohnt sich also. Entscheide, ob Du lieber in der Stadt oder auf dem Land leben willst, wie viel Infrastruktur Du brauchst und welchen Eindruck verschiedene Nachbarschaften auf Dich machen.

Bei der Besichtigung von Grundstücken solltest Du außerdem nachsehen, ob vor dem Bau Objekte wie Schuppen oder Bäume vom Grundstück entfernt werden müssen. Teilweise brauchst Du dafür eine Abrissgenehmigung.

Es ist auch häufig eine gute Idee, ein Gutachten über den Zustand des Baugrunds erstellen zu lassen. Denn so genannte Altlasten – etwa vergrabener Bauschutt oder sogar eine Schadstoffbelastung (Asbest, Mineralöl) –, müssen vor dem Bau unbedingt entfernt werden und das geht ins Geld.

Erkundige Dich vor dem Kauf über die Geschichte des Grundstücks, etwa bei Nachbarn oder im Altlastenkataster, dem Schadstoff-Register des zuständigen Umweltamts.

Der Hausbau

Ist das passende Grundstück gefunden, geht es an den Hausbau! Spätestens jetzt ist es wichtig, Deine Vorstellungen zur Gestaltung des Hauses genau zu kennen. Bist du individualistisch und hast ein exaktes Bild vor Augen oder sind Deine Wohnpläne anpassungsfähig?

Du hast die Wahl zwischen folgenden Hausarten:

  • Bausatzhäuser: zum Selbstaufbau
  • Ausbauhäuser: zum selbst fertigstellen
  • Fertighaus: schlüsselfertig und modular
  • Massivhaus: individuell und solide

Zu den günstigsten Optionen zählen so genannte Bausatzhäuser, die vom Käufer selbst zusammengesetzt werden. Solche Systeme sind häufig schon für unter 50.000 € zu haben, bei schlüsselfertigen Fertighäusern beginnen die Preise bei etwa 150.000 €.

Als Mix aus beiden Optionen haben sich Ausbauhäuser etabliert, bei denen Du den Innenausbau mitsamt Elektro- und Sanitäranlagen übernimmst. In diesem Fall beginnen die Preise bei 80.000 €.

Je nach Anbieter sind die Designoptionen allerdings begrenzt, individuelle Wünsche können bei diesen Systemen selten erfüllt werden.

Ein von einem Architekten geplantes Massivhaus setzt dagegen kaum gestalterische Grenzen und ist für Individualisten die bessere Wahl. Interessierst Du Dich für ein Massivhaus, musst Du mit deutlich höheren Kosten rechnen, die nach oben kaum eine Grenze haben.

Tipp Icon

Bei fast allen Banken kannst Du zwischen 10 und 15 % der gesamten Baukosten in Form einer Muskelhypothek anstelle von Eigenkapital in Deine Finanzierung einbringen, wenn Du handwerklich geschickt bist.

Egal, wofür Du Dich entscheidest: Such Dir in jedem Falle eine vertrauenswürdige Baufirma und check sie vor Abschluss des Kaufvertrags auf Herz und Nieren. Ein unzuverlässiges oder inkompetentes Unternehmen kann Deinem Bauvorhaben einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen!

Wohnen mit Geschichte – Bestandsimmobilien

Nicht nur für Finanzierende mit kleinerem Budget ist der Erwerb einer existierenden Immobilie eine überlegenswerte Option. Zunächst entfallen bei einem Wohnungs- oder Hauskauf die Suche nach einem passenden Baugrundstück und die damit einhergehenden Kosten. Außerdem kannst Du in den allermeisten Fällen schneller einziehen!

Möchtest Du in Innenstadt-Nähe bleiben oder strebst Du möglichst wenig Instandhaltungsaufwand an, ist eine Eigentumswohnung vielleicht das ideale Modell für Dich.

Stell Dich aber darauf ein, dass Du Dich mit einer Hausverwaltung arrangieren musst und dass Du nur ein Mitsprache- und kein Bestimmungsrecht bei Themen wie Sanierungen hast. Hier gilt nämlich immer die mehrheitliche Entscheidung der gesamten Eigentümerschaft und der musst Du Dich fügen.

Willst Du eine größere Wohnfläche, mehr Privatsphäre oder einen eigenen Garten, ist der Kauf eines Hauses die bessere Option. In Deinem eigenen Haus hast Du auch die Kontrolle über die Instandhaltung des Gebäudes und musst Dich nicht mit anderen Mietern oder Eigentümern abstimmen.

Clever finanzieren mit NIST

Hast Du einen Überblick über die Summe, die Du für die Erfüllung Deines Wohntraums brauchst, geht es an eine intelligente und auf Dich zugeschnittene Finanzierung. Mit unserem Baufinanzierungsrechner kannst Du schnell und unkompliziert Deine Finanzierungsmöglichkeiten entdecken.

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