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Baufinanzierungs-News 2020

2020 bringt einige Neuigkeiten und Änderungen für die Immobilienwelt!

Dennis Flemer von
Aktualisiert am 06.01.2020
4 Min. Lesezeit
News 2020 – Titelbild

Das kommt in 2020:

2020 bringt einige Neuerungen für Hauskäufer und Mieter und verspricht, ein gutes Immobilien-Jahr zu werden. Maklerkosten, Minizinsen, Sanierungszuschüsse: Was kommt, was bleibt und was geht, zusammengefasst auf einer Liste.

Zins-Aussicht 2020

Auch 2020 wird kein Jahr für Sparer werden. Die EZB wird ihren Zins wohl in absehbarer Zeit nicht spürbar anheben, das lassen Konjunktur und der geringe Inflationsdruck nicht zu. Was auf dem Tagesgeld-Konto kaum für berauschende Gefühle sorgt, ist aber eine ausgezeichnete Entwicklung für alle Baufinanzierenden: Darlehen sind und bleiben günstig! Das spart Dir eine Menge Zinskosten und fängt zum Teil die Mehrkosten für teurer gewordene Immobilien auf.

Beispiel: Willst Du 250.000 € in 15 Jahren abbezahlen, bekommt die Bank bei 1,0 % Zinsen gut 19.300 € Zinszahlungen, das sind ganze 10.000 € weniger als bei nur 0,5 % mehr! Bei 1,5 % liegen Deine Ausgaben nämlich schon bei rund 29.300 €.

Die stabil bleibende Zinspolitik heißt für Dich: Du hast keinen Zugzwang, bei der Immobiliensuche noch schnell den günstigsten Zins mitzunehmen!

Maklerkosten-Reform – 50/50 statt Bestellerprinzip

Was im vergangenen Jahr beschlossen wurde, soll im Sommer oder Herbst 2020 durchgesetzt werden. Das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ regelt die Kostenfrage beim Thema Makler neu. Dann zahlst Du maximal 50 % der Provision, nachdem der Verkäufer die andere Hälfte beglichen hat. Damit ist die Zahlung weder abhängig von der Region noch davon, wer den Makler beauftragt hat.

Wie hoch die Provision insgesamt werden soll, ist noch nicht beschlossen. Dass Du beim Kauf die gesamte Provision allein zahlst (wie momentan z. B. in Hamburg und Hessen) wird mit dem neuen Gesetz der Vergangenheit angehören.

Baukindergeld in 2020 – Wie lange reicht es noch?

Nachdem das Baukindergeld einen fulminanten Start in 2018 hingelegt hatte und auch im letzten Jahr eines der beliebtesten KfW-Programme war, stellen sich viele die Frage: Wann ist eigentlich Schluss mit der Förderung?

2020 ist vorerst das letzte Jahr, um Wohneigentum zu kaufen, für das Du Baukindergeld bekommst. Das gilt für alle Kaufverträge bzw. Baugenehmigungen, die bis zum 31.12.2020 unterschrieben bzw. erteilt werden. Fürs Baukindergeld hat die Regierung ein Paket von 10 Milliarden Euro geschnürt; verlängert werden soll das Programm nicht.
Doch reicht der Fördertopf überhaupt noch bis zum Ende des Jahres?

Zahlen der KfW zeigen, dass im September 2019 erst etwa ein Drittel der Förderungen bewilligt oder reserviert war. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass der Fördertopf vor dem Jahresende versiegen wird.

Wenn Deine Familie die Voraussetzungen erfüllt, kannst Du also noch bis zum Ende des Jahres mit dem Baukindergeld rechnen!

Was bringt die Grundsteuer-Reform?

Die Berechnung der Grundsteuer, die jährlich an die Gemeinde geht, wurde mit einem neuen Grundsteuer-Gesetz zum 31.12.2019 geändert. Ihre Berechnung wird damit einfacher werden, denn einige komplexe Faktoren fallen weg. Außerdem werden die Grundstückswerte, auf denen die Steuer beruht, neu berechnet. Momentan stammen die noch aus 1964 bzw. 1935, sind also total veraltet. Einen Hebesatz, den die Kommunen selbst festlegen und damit die Höhe der Grundsteuer anpassen können, wird es auch weiterhin geben.

Die neue Steuer gilt allerdings erst ab 2025! Bis dahin haben die Behörden Zeit, nötige Daten zu erheben und die aktuellen Werte der Grundstücke zu berechnen. In 2020 bleibt für Dich daher noch alles beim Alten.

Kommt der Berliner Mietendeckel?

Im März 2020 soll in Berlin das “Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung” in Kraft treten. Es soll die Mieten zum einen auf 3,92 € bis maximal 9,80 € begrenzen und sie zum anderen für 5 Jahre einfrieren. Künftig soll der Mietpreis von Alter und Ausstattung der Immobilie abhängen, die Lage wird nebensächlich. Das sagt zumindest der aktuelle Gesetzesentwurf.

Über die Sinnhaftigkeit des Gesetzes wird viel gestritten, genau wie über die Frage, ob es überhaupt rechtlich durchsetzbar ist. Wenn der Mietendeckel kommt, bedeutet das eine deutliche Erleichterung für Berliner Mieter und Mieterinnen. Andererseits würde eine vermietete Immobilie in der Hauptstadt so höchstwahrscheinlich ein Null- oder sogar Minusgeschäft werden.

Manche Experten erwarten einen starken Rückgang an Neubau-Projekten und Modernisierungen bei Mietwohnungen, wenn sie sich nicht mehr mit den Einnahmen finanzieren lassen. Außerdem könnte der landesweit einzigartige Mietendeckel zu einem noch stärkeren Zuzug und damit Wohnraumknappheit führen.

Sanierung mit Vorteilen

Ab 2020 werden Sanierungen für bessere Energieeffizienz und Barrierereduzierung besser gefördert: Zum einen gibt es die Energieeffizient-sanieren-Programme der KfW, mit denen Du eine Vollsanierung planen kannst. Auch Einzelmaßnahmen kannst Du damit zu maximal 20 % steuerlich abschreiben (maximal 40.000 €).

Förderfähig sind unter anderem:

  • neue Fenster und Türen
  • neue Heizungsanlagen
  • Wärmedämmung von Wänden und Dächern

Zum anderen kannst Du dieses Jahr bis zu 6.250 € Zuschuss für den Abbau von Barrieren in Deinem Zuhause beantragen. Das sind nicht nur gute Nachrichten für alle, die ihre Immobilie altersgerecht umbauen wollen (es gibt keine Altersvorschriften für die Förderung!), sondern auch für Menschen mit Handicap! Voraussetzung ist allerdings, dass die Arbeiten von einem Fachunternehmen durchgeführt werden.

Zuschüsse gibt’s für Arbeiten wie:

  • ebenerdiger Umbau, z. B. im Bad
  • Treppenlifte und Aufzüge
  • Bedienungshilfen z. B. für Türen, Jalousien und Heizung

Damit wird es noch einfacher, auch in älteren Gebäuden barrierefrei, klimafreundlich und kostensparend zu wohnen!

Dennis Flemer
Dennis FlemerFinanzierungsexperte
4.9/5
Aus einer Zimmerer-Familie kommend, fasziniert mich das Thema Eigenheim von Kindesbeinen an.
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