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Eigenkapital beim Hauskauf – Wie viel brauchst Du?

Was zum Eigenkapital beim Hauskauf zählt, wie viel Du brauchst & wie Du an mehr kommst, erfährst Du hier.

von 4 Min. Lesezeit, 16.05.2019
Titelbild Eigenkapital beim Hauskauf | NIST

Eigenkapital ist ein wichtiger Faktor beim Haus- bzw. Immobilienkauf. Je mehr Eigenkapital Du mitbringst, desto kleiner werden die Zinsen Deiner Baufinanzierung. Doch was zählt eigentlich alles zum Eigenkapital?

Was zählt als Eigenkapital beim Hauskauf?

Eigenkapital ist Vermögen, das Du besitzt und für den Immobilienkauf einsetzen kannst. Das Gegenstück zum Eigenkapital ist Fremdkapital, also das Geld, das Du Dir in Form eines Darlehen leihst. Zum Eigenkapital zählt unter anderem:

  • Bargeld
  • Geld auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten
  • Aktien, Fonds und ETFs
  • Lebensversicherungen

Warum Eigenkapital Deine Zinsen verbessert

Eigenkapital, das Du für Deine Baufinanzierung mitbringst, beeinflusst direkt und indirekt Deine Zinsbelastung: Zum einen musst Du Dir jeden Euro, den Du selbst aufbringen kannst, nicht von der Bank leihen und auf auf ihn auch keine Zinsen zahlen. Auch wenn die Zinssätze momentan niedrig sind wie nie, zahlst Du im Laufe eines Immobiliendarlehens zehntausende Euro an Zinsen an die Bank.

Begünstigt wird das besonders durch den Zinseszinseffekt, der Deine Zinskosten besonders am Anfang erhöht. Je weniger Du von vornherein leihen musst, desto besser.

Zum anderen interessiert die Bank Deine Menge an Eigenkapital, da sie es bevorzugt, einen möglichst kleinen Prozentsatz des Immobilienkaufs zu finanzieren. Mit jedem Darlehen geht sie nämlich das Risiko ein, dass Darlehensnehmer ihre Raten nicht mehr zahlen können.

Im schlimmsten Fall muss die Bank dann die Immobilie zwangsversteigern, um ihr fehlendes Geld zurückzubekommen. Je weniger Geld die Bank von vornherein in diese Immobilie gesteckt hat, desto besser.

Mehr Eigenkapital bedeutet für Dich aus diesen Gründen weniger Zinsen!

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INFO: Der langfristige Wert Deiner Immobilie wird vor Bestätigung des Darlehens von der Bank geschätzt und nennt sich Beleihungswert (BLW). Das Verhältnis von diesem Beleihungswert und der Höhe des Darlehens nennt sich Beleihungsauslauf (BLA). Ein kleinerer Beleihungsauslauf bedeutet niedrigere Zinsen.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Je mehr Eigenkapital Du mitbringst, desto kleiner werden Deine Zinsen. Idealerweise kannst Du 40–50 % des Kaufpreises der Immobilie selbst bezahlen und so die besten Zinsen einheimsen. Mindestens solltest Du die Kaufnebenkosten selbst zahlen können, die bei ca. 10–18 % des Kaufpreises liegen. Diese können nämlich nicht über das Immobiliendarlehen mitfinanziert werden.

  • Idealerweise 40-50% des Kaufpreises
  • Mindestens 10-18% des Kaufpreises (Kaufnebenkosten)

Repräsentatives Beispiel:

Du möchtest eine Immobilie für 200.000 € kaufen.
Wenn Du 80.000 € Erspartes dafür aufbringen kannst (40 %), dann liegt Dein Zinssatz bei 1,3 %. In 10 Jahren zahlst du so 20.700 € an Zinsen.

Wenn Du nur 20.000 € (10 %) der 200.000 € selbst zahlen kannst, die die Nebenkosten abdecken, liegt Dein Zinssatz bei ansonsten gleichen Eckdaten 1,9 %. Hier wachsen Deine Zinszahlungen in 10 Jahren auf 30.100 €!

Wie kann ich mein Eigenkapital erhöhen?

Bis zum Hauskauf so viel Eigenkapital wie möglich zu sammeln, ist das erklärte Ziel vieler Immobilienfinanzierer in spe. Fürs Sparen gibt es leider keine Geheimtipps oder Abkürzungen, die das Beiseitelegen von Geld, das Du lieber zur Wochenendgestaltung nutzen würdest, vereinfachen. Ein wenig Konsequenz ist hier schon vonnöten.

Es gibt aber Möglichkeiten, so viel wie möglich aus Deinem Ersparten herauszuholen oder auch kurzfristig und zinsgünstig an eine dringend benötigte Finanzspritze zu kommen:

  • Bausparvertrag
  • Sparkonten
  • Lebensversicherung
  • Börse
  • Arbeitgeberdarlehen
  • Privatdarlehen

Bausparvertrag: Wie der Name schon sagt, sind Bausparverträge für manche Sparer ideal zur Vorbereitung auf das spätere Zuhause. Zuschüsse vom Staat greifen Dir hier zusätzlich unter die Arme. Für Geduldige.

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TIPP: Mehr Infos zu staatlichen Fördermöglichkeiten bei der Immobilienfinanzierung findest Du hier!

Sparkonten, Tagesgeld, kurzzeitige Festgeldkonten: Sie bringen zwar kaum Zinsen, sind aber für Vorsichtige geeignet, um das Ersparte kurz- und mittelfristig auf einem separaten Konto zu lagern und nicht in Versuchung zu geraten, es für den nächsten Urlaub zu auf den Kopf zu hauen. Für alle Sparer.

Lebensversicherung: Die Kündigung oder der Verkauf bringt Dir schnell Bargeld ein. Es ist allerdings ratsam, Dich beim Versicherer zu erkundigen, wie viel Deiner eingezahlten Beiträge Dir durch die Auflösung der Police verloren gehen. Für Finanzierer, die kurzfristig Geld benötigen.

Börse: Aktien, Fonds, ETFs: Hast Du ein Händchen für den Handel mit Wertpapieren, eignet sich auch eine gut gestreute Anlagestrategie an der Börse. Für’s eigene Zuhause sind kurz- bis mittelfristige Anlageoptionen wie Indexfonds oder Aktien ideal. Für risikobewusste Anleger.

Arbeitgeberdarlehen: Auch manche Arbeitgeber bieten Darlehen an. Oft sind die Zinsen dafür günstiger als bei den Banken. Hier gelten gesonderte Regelungen zur Besteuerung. Für Sparer, die ihren Job auf lange Sicht behalten möchten.

Privatdarlehen: Der gute alte Kredit von Freunden und Familie. Unkompliziert und oft völlig zinsfrei. Für Sparer mit Support im Familien- und Freundeskreis.

Tipp Icon

TIPP: Manchmal entwickeln Familienmitglieder und Freunde, die Dich finanziell unterstützen, einen Anspruch auf Mitspracherecht an Deinem Wohnprojekt. Sprich deshalb noch vor dem Hauskauf über Deine Pläne, damit sie sehen, dass ihre Unterstützung in etwas Gutes fließt!

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