Grunderwerbsteuer nach Bundesländern

Werden Sie Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses, fällt die einmalige Grunderwerbsteuer an. Mit welchem Prozentsatz Sie in Ihrem Bundesland rechnen müssen, zeigt dieser Artikel.

Was ist die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer gehört zu den Nebenkosten beim Hauskauf und wird beim Erwerb von Grundstücken, Häusern und Eigentumswohnungen erhoben. Sie wird in Prozent des Kaufpreises der Immobilie angegeben und beträgt für Sie als Käufer und Käuferin je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 %.

Wie viel Steuer muss ich in meinem Bundesland bezahlen?

Seit September 2006 können Bundesländer selbst bestimmen, wie viel Grunderwerbsteuer sie vom Käufer einer Immobilie verlangen. Bayern und Sachsen sind bisher beim günstigsten Steuersatz von 3,5 % geblieben, während Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen den Höchstsatz von 6,5 % festgelegt haben und damit fast doppelt so viele Steuerabgaben einfordern. Einige Bundesländer haben ihre Steuern mehrfach erhöht und weitere Steigerungen sind in Zukunft nicht auszuschließen.

In 2019 gelten die folgenden Steuersätze:

Grafik für die Grunderwerbsteuer in Deutschland

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Beim Kauf eines Grundstücks, Hauses oder einer Wohnung ist stets ein Notar zugegen, der unter anderem festhält, wer als Käufer für die Zahlung der Grunderwerbsteuer verantwortlich ist. Ist der Kaufvertrag von Ihnen im Beisein eines Notars unterschrieben, wird die Steuer umgehend fällig. Das heißt, unter Umständen noch bevor der Darlehensbetrag für die Finanzierung Ihres Zuhauses bei Ihnen eingeht!

Ist der Kaufvertrag unterzeichnet, übermittelt der Notar nämlich den Eigentümerwechsel an das Finanzamt und dieses sendet Ihnen nach einer Bearbeitungszeit von etwa 2 bis 8 Wochen den Zahlungsbescheid. Für die Überweisung haben Sie dann 4 Wochen Zeit.

Ist Ihre Zahlung eingegangen vom Finanzamt geprüft, sendet es daraufhin eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an den Notar, die beim Grundbuchamt eingereicht wird. Danach können Sie als neuer Eigentümer im Grundbuch festgehalten werden.

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Tipp: Da die Grunderwerbsteuer zu den Nebenkosten beim Hauskauf zählt, wird empfohlen, diese über Ihr Eigenkapital abzudecken. Außerdem verlangen Banken bei Darlehen, die die Kaufnebenkosten mitfinanzieren, höhere Zinsen.

Wie Sie Steuern sparen können

Da die Grunderwerbsteuer eine gesetzlich geregelte Höhe hat, lässt sie sich nicht durch Verhandlung mit dem Verkäufer oder gar dem Finanzamt senken. Allerdings eröffnen die unterschiedlichen Steuersätze eine andere Option zu sparen. Interessieren Sie sich für Immobilien im Grenzbereich von mehreren Bundesländern, lohnt es sich nämlich, die Grunderwerbsteuern zu vergleichen und nach Objekten im jeweils günstigeren Gebiet zu suchen.

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Beispiel: Möchten Sie beispielsweise gerne in der Nähe zu Freunden und Familie in Frankfurt leben und haben bisher nach Immobilien in Offenbach in Hessen gesucht, wo Sie 6,0 % Steuer zu zahlen haben, könnten Sie überlegen, ob Sie nicht auch einmal einen Blick ins naheliegende Aschaffenburg in Bayern werfen. Dort liegt die Grunderwerbsteuer bei lediglich 3,5 %. Das ergibt bei einem Kaufpreis von 250.000 € einen Unterschied von ganzen 6.250 €! Während Sie nämlich in Hessen 15.000 € für den Erwerb Ihrer Immobilie zu zahlen hätten, sind es in Bayern vergleichsweise sehr günstige 8.750 €.

Natürlich ist eine solche geographische Umorientierung nur begrenzt machbar und sinnvoll. Suchen Sie aber generell in einem Gebiet nahe eines günstigeren Bundeslandes, können ein paar Kilometer eine sehr große Ersparnis bedeuten.

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