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Versicherungen beim Hausbau – Welche brauchst Du wirklich?

Wir zeigen Dir, welche Versicherungen Dich beim Hausbau gegen die häufigsten Schäden versichern und was das kostet.

von 4 Min. Lesezeit
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Möchtest Du Dir den Traum erfüllen, ein eigenes Haus zu bauen, solltest du nichts dem Zufall zu überlassen wenn es um die Absicherung vor Schäden und Fehlern beim Bau geht. Denn vom ersten Spatenstich bis zur Schlüsselübergabe kann vieles passieren, das Deine Wohn- und damit Lebenspläne gehörig auf den Kopf stellt! Mithilfe dieser Versicherungen kannst Du Dich und Deine Helfer beim Hausbau schützen:

  • Feuer-Rohbauversicherung
  • Bauhelfer-Versicherung
  • Bauherrenhaftpflicht
  • Bauleistungsversicherung bzw. Bauwesenversicherung
  • Wohngebäudeversicherung

1. Bauherrenhaftpflicht

Diese Versicherung ist beim Hausbau unerlässlich, denn als Bauherr oder Bauherrin bist Du verantwortlich für alles, was auf Deiner Baustelle passiert! Wenn es zu Unfällen auf der Baustelle kommt oder Sachschäden entstehen, springt in den allermeisten Fällen diese Haftpflichtversicherung ein.

Wenn zum Beispiel jemand durch mangelnde Beleuchtung auf der Baustelle stolpert oder auf dem vereisten Fußweg vor dem Haus ausrutscht und sich verletzt, kommt die Versicherung auf. Gleiches gilt bei unsicherer Lagerung von Baumaterialien. Bei Einfamilienhäusern ist eine Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro ideal.

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TIPP: Achte hier wie bei allen anderen genannten Versicherungen auf eine möglichst geringe Selbstbeteiligung und auf Versicherungsschutz noch vor Baubeginn, sodass Du von Anfang an geschützt bist.

2. Bauhelfer-Versicherung

Setzt Du beim Hausbau auf Muskelkraft und arbeitest zusammen mit Freunden und Familie gemeinsam an Deinem Zuhause, führt an dieser Versicherung kein Weg vorbei: 2017 gab es auf deutschen Baustellen über 103.000 gemeldete Unfälle. Gerade bei Laien, die Dir ehrenamtlich und häufig nach Feierabend helfen, kann es schnell zu Missgeschicken und Verletzungen kommen. Haften tut in solchen Fällen der Bauherr, also Du!

Eine Bauhelfer-Versicherung versichert Deine fleißigen Helfer gegen Unfälle auf der Baustelle und kommt auf, falls einmal etwas schiefgehen sollte. Dabei ist es unerheblich, ob Deine Gehilfen bezahlt werden oder unentgeltlich arbeiten. Die Kosten unterscheiden sich hier je nach Arbeitsstunden und es gibt sowohl eine Versicherung der Berufsgenossenschaft als auch private Bauhelfer-Versicherungen.

Erfahre hier, wie viel Haus Du Dir leisten kannst.

3. Feuer-Rohbauversicherung

Als Rohbau bezeichnet man den Baufortschritt eines Hauses, wenn es bereits Außenwände und eine Dachkonstruktion besitzt, aber noch keine Türen und Fenster, keine Fassadenverkleidung und keinen fertiggestellten Innenausbau. Eine Feuer-Rohbauversicherung versichert Deinen Rohbau gegen Feuer- und Explosionsschäden, etwa durch Vandalismus, eine defekte Gasleitung oder einen Blitzeinschlag.

Mitversichert sind hier alle Schäden am Gebäude und am verwendeten Material sowie Folgeschäden durch die Löscharbeiten. Pro Monat kostet eine sie bei einem Bauprojekt für 150.000 € etwa 100 € und ist nicht nur in trockenen Regionen eine Überlegung wert.

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TIPP: Manche Anbieter schenken Dir die Beiträge für Deine Feuer-Rohbauversicherung, wenn Du zeitgleich eine Wohngebäudeversicherung für später abschließt!

4. Bauleistungsversicherung

Diese auch Bauwesenversicherung genannte Versicherung springt während der Bauphase ein, wenn durch Naturgewalten wie Überschwemmung, Sturm oder Hagel Schäden entstehen, durch Vandalismus und Diebstahl oder durch Fehler und Unachtsamkeit bei der Bauausführung. Die Bauleistungsversicherung ist so ein echter Versicherungs-Allrounder.

Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen, da die Kosten sehr unterschiedlich sein können. Für ein Einfamilienhaus für 150.000 € kostet eine Bauleistungsversicherung einmalig etwa 200 bis 550 €, pro 50.000 € kommen ungefähr 50 € dazu.

Lies hier, welche Fördermittel es für Baufinanzierer gibt.

5. Wohngebäudeversicherung

Diese auch Gebäudeversicherung genannte Versicherung ist absolut obligatorisch, sobald Deine Immobilie bezugsfertig ist. Sie schützt bereits fertiggestellte Immobilien und kommt bei Schäden durch Hagel, starke Stürme, Feuer und Leitungswasser auf, sowohl für Reparaturen als auch für einen kompletten Wiederaufbau.

Außerdem zahlt diese Versicherung auch für sonst nicht versicherte Einbruchschäden und – je nach Tarif – für die Entfernung von Graffiti und bei umgestürzten Bäumen. Abhängig von Standort und Größe Deiner Immobilie und dem Leistungsumfang der Versicherung kostet sie zwischen 150 und 700 Euro pro Jahr.

Was sie auch für die Bauphase interessant macht, ist die Möglichkeit, die Wohngebäudeversicherung als Kombivertrag mit einer Feuer-Rohbauversicherung abzuschließen, was in vielen Fällen günstiger als einzelne Verträge ist oder Dir sogar die Gebühr für letztere Versicherung schenkt!

Fazit – Versicherungen beim Hausbau

Die wichtigste Versicherung, die du als Bauherr oder Bauherrin abschließen solltest, ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung. Ohne die haftest Du für alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden rund um Deinen Hausbau!

In Zeiten von Klimawandel und Unwettern haben sich eine Feuer-Rohbauversicherung sowie eine Bauleistungsversicherung gegen Schäden durch Sturm und Hagel, Hochwasser und andere Umweltschäden bewährt. Letztere schützt Dich auch bei Diebstahl, Vandalismus und Fahrlässigkeit von Arbeitern.

Bekommst Du außerdem Hilfe seitens Deiner Freunde, ist auch eine Bauhelferversicherung für den Fall der Fälle eine gute Idee. Und wenn Du bereits jetzt an später denkst und frühzeitig eine Wohngebäudeversicherung abschließt, kannst du bei Deiner Feuer-Rohbauversicherung ordentlich sparen.

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