Laut einer Umfrage der Postbank sehen zwei Drittel der Deutschen eine Immobilie als „ideale Form der Altersvorsorge“. Aber was ist dran an der Vorstellung, ein Eigenheim sei die perfekte Absicherung für den Lebensabend? Alle wichtigen Punkte zum Thema Eigenheim für den Ruhestand und was es zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Eigennutzung im Vergleich zur Vermietung

Haben Sie vor, eine Immobilie als Kapitalanlage zu erwerben, sind Sie nicht darauf angewiesen, für den Rest Ihres Lebens in ihr zu wohnen. Sie können das Objekt auch für kürzere oder längere Zeit vermieten und die Einkünfte zum Teil als zusätzliche Rente nutzen. Für beide Optionen gibt es gute Argumente. Was Sie letztendlich tun, bleibt Ihnen überlassen.

Egal, wofür Sie sich entscheiden: Haben Sie Ihr Darlehen einmal bezahlt, wirkt die aus Selbstnutzung oder Vermietung gesparte beziehungsweise entstehende Summe dann wie ein Rentenplus im Alter. Dies macht Immobilienbesitz zur überlegenswerten Option für viele, die über ihre Rentensituation nachdenken. Als Eigentümer brauchen Sie sich darüber hinaus nie Sorgen über Mieterhöhungen oder die Kündigung Ihrer Wohnung machen. Ihr Lebensmittelpunkt ist Ihnen auch später als Rentner sicher.

Stabiler Wohnwert bei Eigennutzung

Möchten Sie sofort in Ihr neues Heim einziehen, sparen Sie auch sofort monatliche Mietkosten. Das lohnt sich besonders in Gegenden, in denen Mieten im Verhältnis zum Kauf einer Eigentumswohnung teuer ist, denn dort rentiert sich in den eigenen vier Wänden zu wohnen besonders.

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INFO: Zudem ist der mögliche Werteverfall der Immobilie bei Eigennutzung kein so großes Thema wie beim Vermieten. Viele provinzielle Gebiete verlieren vermutlich weiterhin an Wohnwert, schätzt der Postbank Wohnatlas 2018. Dort solvente Mieter zu finden kann sich folglich als schwierig erweisen.

Als Bewohner Ihrer Immobilie sind Sie hingegen von der künftigen Entwicklung unabhängig. Auch bei Arbeiten am Objekt haben Sie das letzte Wort und geraten nicht in Zugzwang, sofort zu handeln. Zudem greift der Staat Ihnen unter die Arme, wenn Sie eine selbstgenutzte Immobilie als Vorsorge für den Ruhestand nutzen möchten, sodass Sie sich über finanzielle Unterstützung vom Staat freuen können.

Mit Vermietung Steuern sparen

Die zweite Option ist, Ihre Immobilie zu vermieten. So bleiben Sie trotz Immobilienbesitz flexibel und haben zusätzliche Einnahmen über die eingenommene Miete. Sind Sie Vermieter, müssen Sie Ihre Einnahmen zwar versteuern, können dafür aber verschiedene Kosten wiederum von der Steuer absetzen. Dazu gehören unter anderem Baukosten, Darlehenszinsen, Grundsteuer und Reparaturkosten. Das schafft ein finanzielles Plus, das etwa für die Modernisierung des Objekts und die Altersvorsorge angelegt werden kann.

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TIPP: Entscheiden Sie sich dazu, als Rentner in Ihr vermietetes Haus einzuziehen, sollten Sie das im Mietvertrag unbedingt frühzeitig ankündigen, am besten über einen Zeitvertrag.

Es ist nämlich nicht möglich, Ihre Mieter einfach wegen Eigenbedarfs kurzfristig rauszuwerfen, ohne sie von vornherein darüber zu informieren. Dafür braucht es nachvollziehbare Gründe – zu denen die Nutzung der Immobilie als Altersruhesitz zählt – und meist auch eine Klausel im Mietvertrag.

Eigentum schützt vor Kosten nicht!

Doch eine eigene Immobilie bedeutet nicht nur die Freiheit von Mietkosten. Man lebt zwar mietfrei, aber auf keinen Fall komplett frei von finanziellen Verpflichtungen: Heizung, Strom und Wasser müssen auch in den eigenen vier Wänden bezahlt werden.

Ein weiterer nicht unerheblicher Preisfaktor sind Instandhaltungskosten und Reparaturen, die früher oder später anfallen. Als Mieter bezahlen Sie diese noch pauschal über die Nebenkosten an den Vermieter oder die Hausverwaltung. Gehört das Haus aber Ihnen, müssen Sie selbst für alles aufkommen. Der einfache Vergleich von Miete und Monatsrate des Darlehens funktioniert also nicht, genauso wenig wie die Vorstellung, nach Ende der Tilgung Ihres Hauskredits kämen abgesehen von Strom und Heizung keinerlei Wohnkosten mehr auf Sie zu.

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TIPP: Beginnen Sie frühzeitig, ein Polster für Reparaturen und Sanierungen am Haus zu sparen.

Allgemeine Faustregeln: Alle 20 bis 30 Jahre werden eine neue Einbauküche und eine Renovierung des Badezimmers nötig, alle 30 bis 40 Jahre ein neues Dach und eine neue Haustür, die Fassade braucht meist nach 10 bis 15 Jahren einen neuen Anstrich. Hinzu kommen alle Dinge, die ungeplant zu Bruch gehen, wie die Heizungsanlage oder Fensterscheiben.

Staatliche Unterstützung: Wohn-Riestern und KfW

Möchten Sie in Immobilien investieren, die Sie selbst nutzen, ist Wohn-Riester eine überlegenswerte Option. Damit können Käufer zu günstigen Zinsen finanzieren, gewinnbringend sparen und erhalten zusätzlich eine jährliche Förderung vom Staat. Diese beläuft sich auf 175 € pro Erwachsenem plus 185 bis 300 € pro im Haushalt lebendem Kind.

Wohn-Riestern kann man entweder, indem man erst einen bestimmten Betrag in einen Bausparvertrag einzahlt und dann ein günstiges Darlehen dazu erhält, oder indem man gleich ein Darlehen ausgezahlt bekommt und dieses über verschiedene Wege zurückzahlt.

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INFO: Dies ist vor allem eine Option für diejenigen, die zeitnah bauen oder kaufen wollen, ohne zunächst jahrelang zu sparen.

Ausführliche Informationen zum Wohn-Riestern erhalten Sie hier.

Eine weitere anrechenbare Förderung sind die Programme der KfW, die sowohl den Neubau als auch die Sanierung von Wohneigentum fördern, wenn sie energieeffizient und/oder altersgerecht geschehen. Mit der KfW können Sie Darlehen günstig finanzieren und auch Tilgungszuschüsse erhalten.

Hier erfahren Sie, wie Sie mit der KfW zu niedrigen Zinsen finanzieren.

Sind die eigenen vier Wände die richtige Altersvorsorge für mich?

Möglichkeiten zur Altersvorsorge gibt es viele, von Riesterrente über Fonds bis hin zu privaten Lebens- und Rentenversicherungen.

Für eher konservative Anleger haben sich Immobilien seit jeher bewährt. Bei “Betongold” besteht im Gegensatz zu risikoreichen Anlagen wie Aktien kaum ein Risiko, dass das angelegte Geld maßgeblich schrumpft. Doch auch hier gibt es Ausnahmen,

Ob eine Immobilie die beste Altersvorsorge für Sie darstellt, wie die Wertentwicklung deutscher Immobilien tatsächlich mittel- bis langfristig aussehen wird und ob Sie trotz aller fälligen Ausgaben im Wohneigentum insgesamt günstiger leben, lässt sich abschließend nicht pauschal sagen. Prognosen wie der Postbank Wohnatlas und eine nüchterne Einschätzung Ihrer vermutlichen Ausgaben und Einsparungen können aber gute Anhaltspunkte sein und Ihnen ein Gefühl dafür geben, was Sie als Eigentümer erwartet und ob eine Immobilie ein tatsächliches Plus für Ihre Rente bedeutet.

Lassen Sie sich zum Thema Baufinanzierung gut beraten und nutzen Sie wo möglich Förderungen wie Wohn-Riester oder KfW-Programme.

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