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Laufende Nebenkosten beim Haus einkalkulieren

Welche Betriebskosten auf Dich beim Immobilienkauf zukommen, erfährst Du hier.

Marvin Kusian von
Aktualisiert am 06.11.2019
4 Min. Lesezeit
Laufende Nebenkosten beim Haus Titelbild

Der finanzielle Aufwand eines eigenen Zuhauses endet nicht mit dem Kauf. Auch neben und nach der Finanzierung Deiner Immobilie fallen Kosten an, mit denen Du in Deiner Finanzplanung unbedingt rechnen solltest. Wir fassen zusammen, auf welche monatlichen Ausgaben Du Dich als Eigentümer vorbereiten musst.

Mit welchen laufenden Kosten muss ich rechnen?

Die laufenden Nebenkosten beim Haus, oder auch Betriebskosten, sind die regelmäßigen Kosten, die auf Dich als als Hausbesitzer zukommen. Man unterscheidet zwischen öffentlichen und privaten Nebenkosten.

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Verwechsle nicht die laufenden Nebenkosten von Immobilien mit den Kaufnebenkosten! Letztere fallen nur ein Mal beim Kauf an.

Renovierungen, Modernisierung und Sanierungskosten

Gegenstände im und am Haus nutzen sich auf natürliche Weise ab. Abgesehen von solchen Sanierungen, die Du direkt nach Einzug vornimmst und die Du bei Deiner Finanzierung mit einberechnen solltest, gibt es auch in späteren Jahren immer wieder Bedarf für Erneuerungen von Anlagen, den Austausch von Gerätschaften oder große und kleine Renovierungen.

Als Hausbesitzer zahlst Du diese Sanierungen komplett selbst, in einer Eigentumswohnungen werden die Modernisierungen meist auf alle Besitzer umgelegt, wenn sie nicht ausschließlich Deine Wohnung betreffen.

Öffentliche und private Nebenkosten – Überblick

Öffentliche Nebenkosten pro Jahr:

  • Grundsteuer: bis zu 800 €
  • Straßenreinigung: bis zu 50 €
  • Müllabfuhr: bis zu 15 € / Person
  • Wasser: bis zu 250 € / Person

Private Nebenkosten pro Jahr:

  • Heizung
  • Schornstein
  • Strom
  • Versicherungen
  • Telefon

*Die privaten Nebenkosten sind unter anderem abhängig vom Verhalten des Eigentümers, daher berechne die Nebenkosten unbedingt vor dem Hauskauf. Du kennst Dein Nutzungsverhalten selbst am besten. Die Zahlen der öffentlichen Kosten sind ebenfalls nur Richtwerte und können deutlich variieren. Stell eine genaue Rechnung auf!

Kosten für Reparaturen und Instandsetzungen

Eigentümer sind für alle Reparaturen und Instandsetzungen verantwortlich, die ihr Wohneigentum betreffen. Besitzt Du eine Eigentumswohnung, ist Dein Zuständigkeitsbereich ausschließlich Deine eigenen vier Wände; Reparaturen außerhalb davon, etwa am Dach, werden auf alle Bewohner des Gebäudes oder Komplexes verteilt.

Gehört Dir dagegen ein Einfamilienhaus, bist Du für alle Reparaturkosten selbst verantwortlich. Typische Arbeiten sind beispielsweise der Ersatz einer gebrochenen Fensterscheibe oder Bodenfliese, das Ausbessern des Daches oder der Austausch der Heizung.

Wann ist eine Modernisierung nötig?

Modernisierungsmaßnahmen und ihre Fälligkeit nach Jahren im Überblick:

alle 5 – 15 Jahre:

  • Anstrich außen (Fassaden, Fenster, Türen)
  • Tapezieren und Anstrich innen
  • Teppichbeläge
  • Warmwasseranlage

15 – 30 Jahre:

  • Laminat, Vinyl, Linoleum innen
  • Dachrinnen
  • Elektroinstallation inkl. Schalter, Steckdosen
  • Heizkessel und -thermen
  • Heizungskörper
  • Verglasung außen

alle 25 – 50 Jahre:

  • Ausstattung Badezimmer
  • Dachdecken inkl. Dachanschlüsse
  • Fenster und Außentüren
  • Fliesen innen
  • Heizungsrohre
  • Putz und Wandbekleidungen außen
  • Sanitärleitungen Bad und Küche
  • Wand- und Deckenputz innen
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Unvorhersehbare Reparaturen können Dich euer zu stehen kommen. Leg Dir deshalb eine Haushaltskasse für den Notfall an, in die Du monatlich einzahlst.

Wovon hängt die Höhe der Grundsteuer ab?

Bei Grundbesitz fällt eine jährliche Steuer an, die sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheidet und die durch komplexe Rechnungen festgestellt wird. Wie hoch Deine Grundsteuer ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe des Grundstücks & der Wohn- und Nutzflächen
  • Lage & Größe der Gemeinde
  • Art & Alter des Gebäudes

Beispiel: Im Jahr 2015 kostete die Grundsteuer eines Einfamilienhauses auf einem Grundstück in den größeren deutschen Städten etwa 600 €, bei Wohnungen betrug die Grundsteuer bei etwa 230 €.

Welche Versicherungen brauchst Du für Deine Immobilie?

Vertrauen ist gut, Versicherungen sind besser. Am wichtigsten für Hauseigentümer ist eine Wohngebäudeversicherung, die vor Brand, Explosionen, den Folgen eines Blitzeinschlags, Sturm, Hagel und Leitungswasserschäden versichert.
Für Haus- sowie Wohnungsbesitzer unverzichtbar ist zudem eine Hausratversicherung, die bei Vandalismus, Schäden an der Einrichtung, Brand, Einbrüchen und mehr einspringt, sowie eine Haftpflichtversicherung.

Je nach Beschaffenheit der Immobilie können auch eine Glasversicherung und eine Elektronikversicherung sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn Du eine großflächige Verglasung oder teure Klimaanlagen in die Immobilie einbauen lässt.

Hier findest Du einen ausführlichen Artikel zum Thema Versicherungen beim Hausbau.

Fazit: Umsonst wohnt sich’s nur bei Mutti

Eine eigene Wohnimmobilie zu besitzen bedeutet regelmäßige Ausgaben. Dein Kühlschrank braucht auch in der Eigentumswohnung Strom, Dachrinnen und Heizungen gehen zu Bruch oder müssen irgendwann erneuert werden und zumindest eine Haftpflicht- und Hausratversicherung sind die Basics, um nicht durch Unachtsamkeit oder einen Unfall rund ums Zuhause in die Schulden zu rutschen. Und viermal im Jahr fordert der Staat noch seine Grundsteuer ein.

Lebst Du im eigenen Haus, sind diese Instandhaltungskosten meist höher als in einer Eigentumswohnung, denn alle Rechnungen flattern Ende des Tages bei Dir ein und können nicht auf mehrere Wohnparteien aufgeteilt werden. Die Höhe Deiner Nebenkosten wie Wasser- und Heizkosten hängen dagegen eher von Deiner Wohnfläche und Deinen persönlichen Verbrauchsgewohnheiten ab.

Marvin Kusian
Marvin KusianFinanzierungsexperte
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Seit 2015 beschäftige ich mich beruflich damit, Menschen ins eigene Zuhause zu begleiten.
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