Kosten Planen

Laufende Nebenkosten beim Haus einkalkulieren

Welche Bewirtschaftungskosten auf Dich beim Immobilienkauf zukommen, erfährst Du hier.

Marvin Kusian von
Aktualisiert am 20.08.2019
5 Min. Lesezeit
Laufende Nebenkosten beim Haus Titelbild

Der finanzielle Aufwand eines eigenen Zuhauses endet nicht mit dem Kauf. Auch neben und nach der Finanzierung Deiner Immobilie fallen Kosten an, die Du in Deine Finanzplanung unbedingt mit einrechnen solltest. Wir fassen zusammen, auf welche Ausgaben Du Dich als Eigentümer vorbereiten musst.

Laufende Nebenkosten beim Haus

Nebenkosten oder laufende Kosten sind grob gesagt die Betriebskosten Deines Zuhauses. Als Mieter sowie Wohnungseigentümer sind diese Kosten monatlich beziehungsweise jährlich an die Hausverwaltung zu entrichten, die dafür eine jährliche Verbrauchsschätzung anstellt; hast Du ein eigenes Haus gekauft, musst Du diese Ausgaben jährlich an den jeweiligen Versorger zahlen. Hierzu zählen:

  • Strom
  • Wasser
  • Abwasser
  • Müllentsorgung
  • Heizungskosten

Bist Du Teil einer Eigentümergemeinschaft, kommen außerdem eine monatliche Pauschale von etwa 20 bis 30 € für die Hausverwaltung hinzu und sogenannte Instandhaltungsrücklagen, die für Sanierungen angespart werden. Pro Quadratmeter und Jahr sind das, je nach Alter des Gebäudes, 7,10 € (unter 22 Jahre alt) bis 11,50 € (über 32 Jahre).

Gibt es einen Aufzug, kommt ein weiterer Euro pro Quadratmeter drauf. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung sind das pro Jahr zwischen 568 € und 920 € Rücklagen.

Renovierungen, Modernisierung und Sanierungskosten

Gegenstände im und am Haus nutzen sich auf natürliche Weise ab. Abgesehen von solchen Sanierungen, die Du direkt nach Einzug vornimmst und die Du bei Deiner Finanzierung mit einberechnen solltest, gibt es auch in späteren Jahren immer wieder Bedarf für Erneuerungen von Anlagen, den Austausch von Gerätschaften oder große und kleine Renovierungen.

Als Hausbesitzer zahlst Du diese Sanierungen komplett selbst, in einer Eigentumswohnungen werden die Modernisierungen meist auf alle Besitzer umgelegt, wenn sie nicht ausschließlich Deine Wohnung betreffen.

Wann ist eine Modernisierung nötig?

Modernisierungsmaßnahmen und ihre Fälligkeit nach Jahren im Überblick:

Anstrich außen (Fassaden, Fenster, Türen)
5 - 15 Jahre
Verglasung außen
15 - 30 Jahre
Putz und Wandbekleidungen außen
30 - 50 Jahre
Ausstattung Badezimmer
25 - 40 Jahre
Dachdecken inkl. Dachanschlüsse
30 - 50 Jahre
Dachrinnen
15 - 30 Jahre
Elektroinstallation inkl. Schalter, Steckdosen
15 - 30 Jahre
Warmwasseranlage
5 - 15 Jahre
Fenster und Außentüren
30 - 50 Jahre
Fliesen innen
30 - 50 Jahre
Teppichbeläge
5 - 15 Jahre
Heizkessel und -thermen
15 - 30 Jahre
Heizungsrohre
30 - 50 Jahre
Laminat, Vinyl, Linoleum innen
15 - 25 Jahre
Sanitärleitungen Bad und Küche
30 - 50 Jahre
Heizungskörper
15 - 30 Jahre
Tapezieren und Anstrich innen
5 - 15 Jahre
Wand- und Deckenputz innen
30 - 50 Jahre

Kosten für Reparaturen und Instandsetzungen

Eigentümer sind für alle Reparaturen und Instandsetzungen verantwortlich, die ihr Wohneigentum betreffen. Besitzt Du eine Eigentumswohnung, ist Dein Zuständigkeitsbereich ausschließlich Deine eigenen vier Wände; Reparaturen außerhalb davon, etwa am Dach, werden auf alle Bewohner des Gebäudes oder Komplexes verteilt.

Gehört Dir dagegen das ganze Objekt, bist Du für alle Reparaturkosten selbst verantwortlich. Typische Arbeiten sind beispielsweise der Ersatz einer gebrochenen Fensterscheibe oder Bodenfliese, das Ausbessern des Daches oder der Austausch des Heizkessels.

Tipp Icon

Unvorhersehbare Reparaturen können Dich euer zu stehen kommen. Leg Dir deshalb eine Haushaltskasse für den Notfall an, in die Du monatlich einzahlst.

Wovon hängt die Höhe der Grundsteuer ab?

Bei Grundbesitz fällt eine jährliche Steuer an, die sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheidet und die durch komplexe Rechnungen festgestellt wird. Wie hoch Deine Grundsteuer ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe des Grundstücks & der Wohn- und Nutzflächen
  • Lage & Größe der Gemeinde
  • Art & Alter des Gebäudes

Beispiel: Im Jahr 2015 kostete die Grundsteuer eines Einfamilienhauses auf einem Grundstück in den größeren deutschen Städten etwa 600 €, bei Wohnungen betrug die Grundsteuer bei etwa 230 €.

Welche Versicherungen brauchst Du für Deine Immobilie?

Vertrauen ist gut, Versicherungen sind besser. Am wichtigsten für Hauseigentümer ist eine Wohngebäudeversicherung, die vor Brand, Explosionen, den Folgen eines Blitzeinschlags, Sturm, Hagel und Leitungswasserschäden versichert.
Für Haus- sowie Wohnungsbesitzer unverzichtbar ist zudem eine Hausratversicherung, die bei Vandalismus, Schäden an der Einrichtung, Brand, Einbrüchen und mehr einspringt, sowie eine Haftpflichtversicherung.

Je nach Beschaffenheit der Immobilie können auch eine Glasversicherung und eine Elektronikversicherung sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn Du eine großflächige Verglasung oder teure Klimaanlagen in die Immobilie einbauen lässt.

NIST Info Icon

Hier findest Du einen ausführlichen Artikel zum Thema Versicherungen beim Hausbau.

Fazit: Umsonst wohnt sich’s nur bei Mutti

Eine eigene Wohnimmobilie zu besitzen bedeutet regelmäßige Ausgaben. Dein Kühlschrank braucht auch in der Eigentumswohnung Strom, Dachrinnen und Heizungen gehen zu Bruch oder müssen irgendwann erneuert werden und zumindest eine Haftpflicht- und Hausratversicherung sind die Basics, um nicht durch Unachtsamkeit oder einen Unfall rund ums Zuhause in die Schulden zu rutschen. Und viermal im Jahr fordert der Staat noch seine Grundsteuer ein.

Lebst Du im eigenen Haus, sind diese Instandhaltungskosten meist höher als in einer Eigentumswohnung, denn alle Rechnungen flattern Ende des Tages bei Dir ein und können nicht auf mehrere Wohnparteien aufgeteilt werden. Die Höhe Deiner Nebenkosten wie Wasser- und Heizkosten hängen dagegen eher von Deiner Wohnfläche und Deinen persönlichen Verbrauchsgewohnheiten ab.

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