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Sollzins und Effektivzins

Was unterscheidet den Sollzins vom Effektivzins oder effektiven Jahreszins? Wir erklären es Dir!

von 3 Min. Lesezeit, 11.09.2018
Titelbild für den Artikel "Sollzins und Effektivzins"

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Wenn Du Dich mit Darlehen und Krediten beschäftigst, stößt Du früher oder später auf die Begriffe Sollzins und Effektivzins bzw. effektiver Jahreszins. Beide bezeichnen die Bezahlung an die Bank dafür, dass Du Dir von ihr einen Geldbetrag leihen kannst. Jedoch ist der in Angeboten angegebene Sollzins stets leicht geringer als der effektive Jahreszins oder Effektivzins. Was ist also der Unterschied zwischen beiden und wie kommen die Zinssätze zustande?

Der Sollzins bei Baufinanzierungen

Der Sollzins, früher auch Nominalzins genannt, ist der grundsätzliche Zinssatz, zu dem ein Kreditgeber einem Kreditnehmer eine Summe Geld überlässt.

Er hängt von vielen Faktoren ab, allen voran:

  • den vorherrschenden Leitzinsen am Markt
  • der Laufzeit des Darlehens und
  • der Bonität und dem Alter des Kunden.

Der Zins, der in Darlehensangeboten genannt wird, ist der bestmögliche Sollzinssatz für das Angebot. Das bedeutet meistens, dass alle einflussnehmenden Faktoren rund um den Kredit und den Kunden ideal sind:

  • nur ein Teil der Immobilie wird von der Bank finanziert
  • der Kreditnehmer hat einen festen Job und viel Eigenkapital
  • die Zinsbindung ist sehr kurz
  • vielleicht wird das Darlehen mit einer Grundschuld abgesichert

Ändert sich einer dieser und anderer Faktoren, erhöht sich der Sollzins jeweils leicht.

Wie der Sollzins berechnet wird

Es gibt mehrere Faktoren, die auf Deinen Sollzins einen Einfluss haben: Zum einen Deine finanzielle Situation, zu anderem der aktuelle Markt. Welchen Sollzins Du tatsächlich zahlen musst, kann deshalb nur ein Experte in einem Beratungsgespräch mithilfe einer vollständigen Berechnung ermitteln.­

Hast Du die passende Finanzierung für Dich gefunden, wird im Darlehensvertrag der Sollzins für eine bestimmte Zeit festgeschrieben. Mit diesem Zinssatz wird auch der Tilgungsplan berechnet, der Dir zeigt, welche Rate Du pro Monat zahlen wirst und wann Du schuldenfrei bist.

Jedoch ist der Sollzins nicht die Gesamtsumme der Kosten, die Du auf das Darlehen bezahlst! Hier findest Du mehr zu den Nebenkosten beim Hauskauf.

Der effektive Jahreszins: Sollzins mit Extrakosten

Zum Sollzins kommen bei Darlehen noch weitere Kosten hinzu, die im Effektivzins mit einberechnet werden. Er ist deshalb ein wenig höher als der Sollzins.

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INFO: Der beim Effektivzins größte Faktor, die Bearbeitungsgebühr, fällt bei Immobiliendarlehen weg, denn diese ist seit 2014 unzulässig. Darum sind die Unterschiede zwischen beiden Zinssätzen bei Baufinanzierungen heute sehr gering.

Der effektive Jahreszins für Baufinanzierungen setzt sich zusammen aus:

  • dem Sollzins
  • der Höhe des Darlehens
  • Deinem Tilgungssatz (wie viel Prozent des Darlehens pro Jahr abgezahlt wird)
  • der Sollzinsbindung (wie lange der Zinssatz fest bleibt)
  • dem Disagio (der Auszahlungskurs des Darlehens)

Dadurch, dass beim Effektivzins all diese Faktoren mit einberechnet werden, ist er aussagekräftiger und gibt genauer wider, welche Ausgaben durch ein Immobiliendarlehen tatsächlich entstehen.

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INFO: Kreditinstitute sind verpflichtet, den effektiven Jahreszins anzugeben, meist ist er in Angeboten neben dem Sollzinssatz oder in einer Fußnote angegeben.

Der Effektivzins beinhaltet nicht alle Kosten des Darlehens!

Auch wenn der effektive Jahreszins aussagekräftiger ist als der Sollzins, was Deine finanzielle Gesamtbelastung angeht, so beinhaltet er doch nicht alle Kostenpunkte, mit denen Du bei Abschluss eines Immobiliendarlehens konfrontiert werden kannst.

Im Effektivzins nicht eingerechnet werden:

  • Kontoführungsgebühren
  • Kosten für eine Restschuld- oder Kreditversicherung
  • Gebühren bei Sondertilgungen

Ausgaben dafür werden nicht in den Zinsen geführt und müssen zusätzlich zur monatlichen Rate gezahlt werden, wenn sie denn anfallen.

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