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Wohn-Riester – Immobilie als Alters­vorsorge

Mit Wohn-Riester bekommst Du staatliche Förderung und kannst so Dein Bauvorhaben günstig finanzieren.

von 4 Min. Lesezeit, 14.08.2018
Titelbild für den Artikel "Wohn-Riester – Immobilie als Alters­vorsorge"

Willst Du schon heute für Deine Zukunft vorsorgen und Dir und Deinen Kindern ein dauerhaftes Zuhause finanzieren, dann ist Wohn-Riestern eine staatlich unterstützte Option für eine günstige Baufinanzierung. Mit einer Wohn-Riesterrente kannst Du jährlich bis zu 300 € pro Kind plus 175 € pro Erwachsenem an staatlicher Förderung bekommen und Dein Bauvorhaben günstig finanzieren.

Pro Jahr erhält beispielsweise ein Ehepaar 350 € vom Staat plus 185 € für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 € für jedes später geborene.

Wie viel Förderung gibt es für Dich vom Staat?

Illustration Wohnriester-Förderung

*Ehepaar bedeutet zwei Arbeitnehmer mit zwei separaten Riester-Verträgen.

Für wen ist Wohn-Riestern geeignet?

Wohn-Riester richtet sich an alle, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, also Angestellte, Beamte und pflichtversicherte Selbstständige, aber auch andere Personengruppen können riestern, etwa Berufssoldaten und Minijobber, die Sozialversicherung zahlen. Eine Einkommensobergrenze gibt es nicht. Riestern eignet sich:

  • für den Hausbau
  • beim Haus- oder Wohnungskauf
  • für Umschuldungen
  • beim barrierefreien Modernisieren Deines Zuhauses

Wohn-Riester ist allerdings nur eine Option, wenn Du eine Immobilie finanzieren möchtest, in der Du wohnen bleiben möchtest. Denn: Die Förderung darf nur für die Finanzierung oder die alters- bzw. behindertengerechte Sanierung des dauerhaften Zuhauses (Hauptwohnsitz oder einziger Wohnsitz) genutzt werden.

Ziehst Du später aus oder vermietest das Objekt, musst Du alle Förderungen zurückzahlen – Ausnahmen von dieser Regel findest Du am Ende des Artikels! Das liegt daran, dass das Wohn-Riesterprogramm entwickelt wurde, damit Hauskäufer in jüngeren Jahren anfangen zu finanzieren, um dann im Rentenalter mietfrei wohnen zu können.

Außerdem ist zu beachten, dass Du mindestens 4 Prozent Deines Bruttoeinkommens jährlich sparen musst, um Förderungen zu erhalten. Zudem gibt es eine Frist, bis zu der Du in die geförderte Immobilie umziehen musst.

Welches Wohn-Riesterprogramm passt zu mir?

1. Riester-Bausparen

Das ist die klassische Wohn-Riester-Lösung. Du legst zuerst die gesamte Summe des Bausparvertrages fest, z.B. 100.000 Euro. Dann sparst Du über die Jahre in regelmäßigen Raten einen Betrag an, etwa 40 % der Bausparsumme.

Hast Du diesen erreicht, wird Dir die restliche Summe als zinsgünstiges Darlehen ausgezahlt und Du hast 100.000 Euro zur Verfügung. Das Darlehen zahlst Du dann mit Deiner monatlichen Einzahlung ab. Die jährliche Förderung erhältst Du sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase.

2. Kombi-Verträge

Eignen sich für Dich, wenn Du jetzt ein Darlehen zur Immobilienfinanzierung brauchst und nicht erst einige Jahre sparen möchtest. Hier bekommst Du zu Vertragsbeginn ein Darlehen ausgezahlt und schließt zeitgleich einen Bausparvertrag für die gleiche Summe ab.

Vom Darlehen zahlst Du nur die Zinsen wieder ab, während der Betrag für die Tilgung in den Bausparvertrag eingezahlt wird. Ist dort eine bestimmte Summe erreicht, löst der Bausparvertrag den Kredit ab. Die fälligen Zinsen bleiben über die gesamte Laufzeit des Kombi-Vertrags fest, sodass Du durch gleichbleibende Raten Planungssicherheit hast.

3. Selten: Sofort-Riester-Darlehen

Hierbei schließt Du ein klassisches Annuitätendarlehen mit festem Zins bei der Bausparkasse ab und die Förderungen fließen direkt in die Tilgung des Darlehens. Somit wird die Schuld schneller abbezahlt als mit anderen Methoden; die Ersparnis durch die staatliche Förderung kann auf die gesamte Laufzeit berechnet über 10.000 Euro betragen.

Das Sofort-Riester-Darlehen ist eine gute Option, wenn Du zeitnah bauen willst.

Steuern im Rentenalter

Eine weitere Eigenschaft vom Wohn-Riestern ist die nachgelagerte Besteuerung. Das heißt: Während Du riesterst, musst Du noch keine Steuern auf Dein Erspartes zahlen – diese werden erst im Rentenalter fällig, spätestens mit 68. Sie fallen durch die große angesparte Summe hoch aus, sie ist aber durch den günstigeren Steuersatz im Alter kleiner, als wenn Du die Steuern in jüngeren Jahren gezahlt hättest.

Du kannst die Summe dann in Raten bis zum 85. Lebensjahr tilgen oder auf einen Schlag, bei letzterem bekommst Du 30 % der Summe erlassen.

Ausnahmen und Wege aus der Riester-Immobilie

Es gibt ein paar wenige Möglichkeiten, Deine Immobilie ohne Verluste Deiner Förderungen zu vermieten oder zu verkaufen und in eine andere Immobilie umzuziehen! Grundsätzlich gilt jedoch: Fördern tut der Staat diejenigen, die sich einen Wohnsitz fürs Alter finanzieren und damit vorsorgen.

Ausnahmen gelten für folgende Fälle:

  • Scheidung: Trennt sich ein Paar, das gemeinsam geriestert hat, und bleibt ein Partner in der Immobilie wohnen, bleiben alle Förderungen erhalten.
  • Vorübergehend aus dem Objekt ausziehen für bis zu ein Jahr
  • Umzug in ein neues Objekt: Verkaufst Du Deine Immobilie und erwirbst Du innerhalb von 4 Jahren ein neues dauerhaftes Zuhause, behältst Du Deine Förderungen. Der Betrag des Wohnförderkontos muss dabei für die neue Finanzierung genutzt werden.
  • Aus beruflichen Gründen umziehen: Du kannst ohne Verluste innerhalb von 4 Jahren ein neues Objekt beziehen.
  • Außerdem bleiben Deine Förderungen bestehen, wenn Du nach einem beruflichen Umzug bis zum 67. Lebensjahr in Dein geriestertes Eigenheim zurückkehrst. In der Zwischenzeit ist eine Vermietung des Objektes möglich.
  • das Verkaufen oder Verschenken der Immobilie ist ab 10 Jahren nach Renteneintritt möglich!
  • Der Umzug in ein Seniorenheim ist auch verlustfrei machbar.
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