Wohnraum in Deutschland bleibt beliebt

Wohneigentum ist gefragt in Deutschland. 76 % der Deutschen träumen vom eigenen Zuhause, hat die Studie “Wohnträume 2018” ergeben. Der Ansturm auf den Immobilienmarkt findet nach wie vor keinen Halt und stellt Käufer gerade in Großstädten vor Herausforderungen beim Hauskauf. Gleichzeitig sind die Darlehenszinsen niedrig wie nie.

Was Sie bei der aktuellen Immobilienpreisentwicklung auf dem deutschen Markt beachten sollten und wo Sie noch günstig in die eigenen vier Wände kommen, erklären wir hier.

Deutsche Großstädte: Immobilienpreise steigen rasant

Die Entwicklung der letzten Jahre macht vor allem eines deutlich: auf ein Zuhause zum Spottpreis kann man in den großen deutschen Städten schon lange nicht mehr spekulieren. In allen Städten mit über 500.000 Einwohnern ist der Kaufpreis für Immobilien gestiegen, allen voran in den Metropolen wie München und Berlin.

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INFO: Die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen in München kletterten zwischen 2016 und 2017 um 13,8 %, die Immobilienpreise für Berlin sogar um 20,5 %!

Das hat die “Global Residential Cities Index“ Studie des Beratungsunternehmens Knight Frank ergeben, weltweit absolute Spitzenwerte. Nicht selten zahlen Käufer hier Quadratmeterpreise von 3.500 € bis weit über 8.000 €.

 

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Zudem ist die Nachfrage nach Wohnraum noch immer weit höher als das Angebot an Neubauprojekten und Bestandsimmobilien. Auf eine Immobilie kommen dutzende, wenn nicht hunderte Interessenten. In Städten, die noch vor wenigen Jahren vergleichsweise günstigen Wohnraum boten, ist die Preissteigerung besonders stark zu spüren. Das gilt insbesondere für ostdeutsche Großstädte wie Dresden und Leipzig.

Eine ähnlicher Trend zeigt sich auch bei den Mietpreisen in denselben Gebieten, diese stiegen in vergleichbarem Maße wie die Eigentumspreise. Wohnen in deutschen Metropolen ist also generell noch teurer geworden und eine Entspannung der Lage ist laut Experten erst einmal nicht in Sicht.

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TIPP: Möchten Sie in Großstadtlage kaufen, bevor die Immobilienpreisentwicklung noch weiter anzieht, sollten Sie Zeit und Geld mitbringen und auch über einen Makler nachdenken. Eigentumswohnungen lassen sich leichter finden als Reihen- oder gar alleinstehende Häuser innerhalb des Stadtgebiets.

Immobilienpreise auf dem Land: Lage bleibt entspannt

Wenngleich sich die Immobilien im deutschlandweiten Trend verteuern, so ist Wohnraum in ländlichen Gebieten weiterhin fast überall günstiger als in Stadtlage. Hier sind die Preise seit Jahren auf gleichem Niveau oder sogar im Begriff, leicht zu fallen. Wenn man irgendwo noch ein Schnäppchen machen kann, dann hier.

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TIPP: Insbesondere in den neuen Bundesländern ist der Quadratmeterpreis um ein vielfaches günstiger als der in großen Städten, Baugrund kann ebenfalls leichter gefunden werden.

Ein paar wenige Ausnahmen gibt es in Gegenden wie dem Bremer Umland und in Teilen Süddeutschlands, wo es auch auf dem Land eine starke Nachfrage nach Baugrund sowie Bestandsimmobilien gibt. In den neuen Bundesländern hingegen wird es mit wachsender Entfernung zu Großstädten wie Berlin, Leipzig oder Dresden preiswerter.

Für den günstigen Wohnraum bezahlt man allerdings unter Umständen an anderer Stelle drauf: die Arbeitswege sind länger, ein Auto wird vielleicht nötig, an strukturschwachen Orten liegen die Nebenkosten wie Strom und Wasser höher, da weniger Menschen die Instandhaltungskosten tragen müssen. Hinzu kommt oft eine schlechtere Infrastruktur, etwa mit Ärzten und Schulen. Dagegen sind die restlichen Lebenshaltungskosten wie Kultur und Gastronomie weitgehend günstiger.

Wer raus auf’s Land ziehen möchte, sollte Mehrkosten für den persönlichen Transport im Alltag mit einberechnen. Besteht dagegen eine gute Anbindung, etwa an Autobahnen, ist das Landleben eine echte Alternative zu den horrenden Preisen in der Stadt.

Der Speckgürtel – ein beliebter Kompromiss

Durch die explodierenden Preise in deutschen Großstädten boomt auch deren Umland. Sowohl durch Menschen, die aus beengten und teuren Stadtwohnungen flüchten und das Weite in den Vororten suchen, als auch durch Zugezogene von außerhalb erleben weite Gebiete rund um Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt starken Zulauf.

Dort sind die Bewohner laut der Interhyp “Wohntraumstudie 2018” deutschlandweit am zufriedensten, denn die Vororte vereinen die Vorteile des Stadt- und Landlebens:

  • Wohneigentum ist in den meisten Fällen günstiger und auch größer als in der Stadt und zudem besser ausgestattet.
  • Gleichzeitig ist die Nähe zur Natur mehr gegeben, was besonders Familien mit Kindern freut.
  • Die Anbindung an die Stadt ist dennoch sehr gut und die Fahrwege sind kurz.
  • Hinzu kommt außerdem ein größeres Angebot an Wohnraum als in den überfüllten Städten selbst, sodass man hier einen leichteren Zugang zum Immobilienmarkt hat.

Die Vorzüge des Vorstadt-Lebens erkennen immer mehr Menschen, weswegen es hier zuletzt zu starken Preissteigerungen gekommen ist, die laut Prognosen weiter anhalten sollen. Dennoch ist Wohnraum hier leichter und günstiger verfügbar als in der Innenstadt und zudem eine stabile Anlage, denn die Preise sollen stabil bleiben oder sogar steigen.

Wo Immobilien noch günstig sind: Klein- und Mittelstädte

Als Geheimtipp entpuppen sich gerade viele der eher kleinen bis mittelgroßen deutschen Städte. Abseits von Metropolen und Dörfern entwickeln sich die Preise für Wohneigentum in Städten wie Rosenheim, Konstanz, Fulda, Münster, Mannheim und Trier ebenfalls nach oben, allerdings meist gemäßigter als in den Großstädten.

Wohnraum ist in vielen mittelgroßen Städten in Deutschland begehrt, aber preiswerter und leichter verfügbar als in den Ballungszentren. Hier finden Eigenheimkäufer ein reges Stadtleben mit guter Infrastruktur, Kulturangeboten und einem grünen Umland zu erschwinglichen Preisen und noch ohne Massenbesichtigungen.

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TIPP: Immobilien nehmen hier in den kommenden Jahren nach Prognosen der Postbank weiter an Wert zu, sodass sich ein Kauf – gerade zu den jetzigen Niedrigzinsen – besonders lohnt.

Wo soll mein zukünftiges Zuhause sein?

Unabhängig davon, wie die Entwicklung der Immobilienpreise in den verschiedenen Gebieten gerade aussieht: Die Wohngegend muss zu Ihnen passen, nicht umgekehrt. Eine Familie mit Schulkindern wird ein günstiges und geräumiges Einfamilienhaus mit einem großen Garten kaum zufriedenstellen, wenn das nächste gute Gymnasium eine Autostunde entfernt liegt und es keine guten Busverbindungen gibt.

Ebensowenig haben Sie von einer tollen Dachgeschosswohnung in belebter Innenstadtlage, wenn Ihnen eigentlich ein eigener Garten und abendliche Ruhe viel wichtiger sind als die Bars um die Ecke.

Versuchen Sie, so wenige Kompromisse wie nötig einzugehen was die Lage Ihres Eigenheims angeht. Auch wenn der Wohnungsmarkt umkämpft und Ihre Suche langwierig ist: Unterschreiben Sie den Kaufvertrag für eine Immobilie, unterschreiben Sie auch für deren Umgebung.

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