Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich den Traum vom eigenen Zuhause zu erfüllen, sind sie in guter Gesellschaft: In Zeiten weiter steigender Wohnkosten und historisch niedriger Zinsen überdenken viele Mieter und Mieterinnen, ob sie den Schritt hin zum Wohneigentum gehen sollen.

Inwieweit ein Eigenheim das Richtige für Sie ist, hängt aber von mehr Faktoren ab als von einer günstigen Marktlage.

Ob Miete oder Kauf ist auch eine Frage des Bauchgefühls!

Wie die allermeisten Menschen haben wahrscheinlich auch Sie eine Tendenz entweder zum Eigentum oder zur Miete. Die Wohnfrage ist zu einem nicht unerheblichen Teil persönlicher Natur und das sollte in Ihren Überlegungen nicht unterschätzt werden.

Infografik für

Argumente für und gegen Immobilienkauf

Abgesehen von Ihren persönlichen Präferenzen ist die Entscheidung für oder gegen Eigentum aber vor allem eine Frage Ihrer Umstände. Denn egal, wie gern Sie sich als Hausbesitzer sehen würden, realisierbar ist der Traum vom eigenen Heim nur mit den passenden Rahmenbedingungen, allen voran Ihren finanziellen Bedingungen.

Die Finanzierung von Eigentum schafft dauerhaften Wert

Ein beliebtes Argument für Wohneigentum besteht darin, dass Sie sich mit Ihren monatlichen Raten Stück für Stück ein Zuhause finanzieren, das Ihnen am Ende dauerhaft gehört. Haben Sie Ihre Finanzierung einmal abgeschlossen, sind regelmäßige Zahlungen für Ihre vier Wände passé. Im Gegensatz dazu zahlen Sie bei Mietobjekten nur dafür, dass Sie temporär in ihnen leben, ein bleibender Wert entsteht aus den Zahlungen nicht.

Lohnt sich kaufen für mich?

Der so genannte Kaufpreisfaktor ist ein guter Richtwert dafür, ob eine Immobilie ihren Preis wert ist. Er ist das Verhältnis von Kaufpreis und Jahreskaltmiete. So ist der Kaufpreisfaktor 17, wenn der Kaufpreis einer Wohnung dem 17-fachen ihrer Jahresmiete entspricht. Je günstiger ein Haus oder eine Wohnung ist im Vergleich dazu, welche Miete man zahlen würde, desto schneller sparen Sie als Eigentümer an Kosten in Relation zu einem Mietverhältnis.

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TIPP: Als Daumenregel für Sie: Bis zu einem Kaufpreisfaktor von 20 ist der Kaufpreis einer Immobilie relativ günstig im Vergleich zur Miete, über 25 ist Kaufen eher teuer.

Beispielrechnung:

In einer Großstadt entdecken Sie ein Angebot für eine 100 m² Eigentumswohnung für einen Kaufpreis von 450.000 €. Die Nettokaltmiete für dieselbe Wohnung wären 12 € pro m², also 1.200 € im Monat und 14.400 € im Jahr. Der Faktor beträgt dann: ­

450.000 € Kaufpreis / 14.400 € Jahreskaltmiete = 31,25 Kaufpreisfaktor ­

In einer kleineren Stadt dagegen kostet eine Wohnung mit 100 m² 150.000 € bzw. gemietet 7,40 € pro m² monatlich und damit pro Jahr 740 x 12 = 8.880 €. Der Faktor ist hiermit deutlich niedriger: ­

150.000 € Kaufpreis / 8.880 € Jahreskaltmiete = 16,9 Kaufpreisfaktor

 

Instandhaltungskosten einberechnen

Allerdings bezahlen Sie beim Mieten auch für Ihren eigenen Komfort, denn die Vermietung muss sich um die Instandhaltung des Objektes kümmern, nicht Sie, und das Leben zur Miete ist dadurch bequem und auch günstig.

Vergleichen Sie deshalb nicht Ihre Miete mit der monatlichen Rate eines etwaigen Darlehens! Immobilienbesitz kostet Sie zusätzlich an Wartung und unvorhergesehenen Reparaturen. Als Besitzer haben Sie dafür wiederum die volle Kontrolle darüber, welche Arbeiten Sie wann und in welchem Umfang vornehmen; Sie müssen nicht etwa auf eine behäbige Hausverwaltung warten oder sich mit dem Vermieter über Kleinigkeiten abstimmen.

Zinsen und Immobilienpreise: Zwei Seiten einer Medaille

Der Zinsmarkt in Deutschland ist nach wie vor auf einem historischen Tief. Während der Bauzins in den 1980er Jahren noch bei weit über 8 % lag und bis zur Jahrtausendwende auf unter 6 % gefallen ist, ist er seitdem weiter deutlich geschrumpft, auf durchschnittlich gerade einmal um 1,5%. An Zinsen zahlen Sie also seit Jahren einen geradezu winzigen Prozentsatz. Das veranlasst natürlich viele dazu, über eine Baufinanzierung nachzudenken. Dementsprechend gestaltet aber sich leider auch der Wohnungsmarkt. Denn der negative Nebeneffekt der Niedrigzinsen ist eine seit Jahren extrem hohe Nachfrage, sodass in vielen Teilen Deutschlands die Immobilienpreise immer weiter steigen. Und ein Ende der Preissteigerungen ist nach wie vor nicht in Sicht.

Der Standort als Kostenfaktor

Der Immobilienpreis steigt aber nicht überall, er ist vor allem abhängig vom Standort. Als Faustregel gilt: Wenn Sie eine hohe Miete zahlen, ist Wohneigentum im gleichen Gebiet ebenfalls teuer.

In Großstädten haben sich die Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen zwischen 2010 und 2018 teilweise mehr als verdoppelt (in München +141 %, in Berlin +129 %), hat das Immobilienportal Immowelt ermittelt. Auch die kleineren Großstädte mit unter 500.000 Einwohnern verzeichnen Preisanstiege, allen voran Magdeburg und Koblenz.

In anderen großen Städten wie Essen, Hannover und Dortmund bleiben die Preise dagegen stabil. Ist das Großstadtleben Ihr Traum, lohnt sich der Vergleich verschiedener Städte und Lagen, insbesondere wenn Sie flexibel sind.

Im Speckgürtel einer Großstadt Wohnraum zu finden, ist trotz Preissteigerungen noch immer möglich und deutlich günstiger als das Wohnen in der Innenstadt, sowohl im Eigentum als auch zur Miete.

Wohneigentum bleibt stabiler Wert

In jedem Falle sichert Ihnen Wohneigentum eine solide Geldanlage und auch die Möglichkeit auf satte Gewinne, wenn die Immobilienpreise weiterhin steigen, während Sie in einem Mietverhältnis von den Preissteigerungen kaum profitieren.

Jetzt ein Haus kaufen oder weiter zur Miete wohnen? Unsere NIST Finanzierungsexperten beraten Sie gern persönlich zu Ihren Fragen rund um das Thema Baufinanzierung.

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